Wo der Teufel zu Tisch saß

TeufelstischUnterwegs im Pfälzerwald auf dem Dahner Felsenpfad

Der Zug tutet sich mit ohrenbetäubendem Lärm seinen Weg durch den südlichen Pfälzerwald. Das ist Vorschrift an unbeschrankten Bahnübergängen, und davon gibt es auf der Strecke der Wieslauterbahn mehr als genug. Dennoch habe ich den Verdacht, dass es dem Lokführer einfach Spaß macht, Eisenbahn zu spielen. Außer mir sind nur noch drei andere Reisende im Zug, und die gehören alle zum Betrieb.

Die Wieslauterbahn ist eine kleine Nebenstrecke im Süden von Rheinland-Pfalz nahe der französischen Grenze. Sie war eigentlich schon stillgelegt, wurde aber 1997 wieder reaktiviert. Die Linie soll das Gebiet für Touristen erschließen und verkehrt daher nur im Sommerhalbjahr am Wochenende und an Feiertagen, seit einiger Zeit auch mittwochs. Jetzt um die Mittagszeit ist allerdings nicht viel los. Die Touristen sind schon alle am Ziel und für den Rückweg ist es noch zu früh.

Geologische Highlights

Der Pfälzerwald ist eine der geologisch interessantesten Regionen Deutschlands. Durch das Zusammentreffen verschiedener Gesteinsarten und langsame Erosionsprozesse entstanden im Laufe der Jahrmillionen bizarre Felsgebilde aus Buntsandstein, die so fantasievolle Namen tragen wie Jungfernsprung, Pfaffenfelsen, Schwalbenfelsen und Braut und Bräutigam. Der bekannteste ist der Teufelstisch bei Hinterweidenthal, bei dessen Anblick der Betrachter sich fragt, warum er nicht schon längst eingestürzt ist. Der Sage nach soll hier der Teufel zwei Felsbrocken genommen und zu einem Tisch zusammengesetzt haben, um daran zu Abend zu essen.

Wandern auf dem Dahner Felsenpfad

Etwas südlich von Hinterweidenthal rund um Dahn herum stehen besonders viele der interessanten Felsformationen. Wer sie alle besichtigen will, kann dies beim Wandern auf dem eigens dafür angelegten Dahner Felsenpfad tun. Mit einer Länge von zwölf Kilometern und einigen Kletterpartien zu besonders schönen Aussichtspunkten erfordert er mindestens vier bis fünf Stunden reine Gehzeit. Pausen zählen zusätzlich. Der Weg verlangt keine speziellen Kletterkünste, denn die schwierigen Stellen sind durch Treppenstufen erschlossen und durch Seile, Haltestangen und Geländer gesichert. Ein wenig Kondition und Schuhe bzw. Trekkingsandalen mit Profilsohle sollte man aber mitbringen.

Da ich nur etwa drei Stunden Zeit hatte und viel davon für Fotos „verplempert“ habe, konnte ich nur ein kurzes Stück des Dahner Felsenpfades erforschen. Wie alle neueren prämierten Rundwanderwege führt er nicht geradewegs von A nach B, sondern in Schleifen und Windungen von einem Highlight zum nächsten. Ortsunkundige müssen sich deshalb auf die Wegmarkierungen verlassen.

Die Grenzen der Technik

Das Dahner Felsenland ist von einem ganzen Netz von Wanderwegen durchzogen; eine schnelle Abkürzung zum Ausgangspunkt ist daher im Prinzip immer zu finden. In der Praxis steht man dann aber doch mehr oder weniger orientierungslos im Wald. Da der Dahner Felsenpfad sehr beliebt ist, trifft man auch auf andere Wanderer, aber das sind durchwegs ortsfremde Touristen, die meistens nicht weiterhelfen können. Google Maps versagte ebenfalls mangels Netzabdeckung. Was mich dann letztendlich doch sicher den richtigen Schleichweg finden ließ, war das weithin hörbare Tuten der Wieslauterbahn, die gerade wieder das Tal durchquerte.

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Vorschaubild: steinchen / pixabay.com

Über Federspiel

Ich bin die Texterin von www.text-exklusiv.de. Durch meine Blogartikel haben Sie die Möglichkeit, mich etwas näher kennenzulernen und können sich zugleich von meinen texterischen Fähigkeiten überzeugen.

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