Sieben Ansichten einer Brücke

Die Alte Brücke in Heidelberg – ein typisches Postkartenmotiv

Der Blick vom Heidelberger Schloss hinunter auf den Neckar, einen Teil der Altstadt und die Alte Brücke ist berühmt. Mit seinen roten Dächern, dem geschwungenen Kirchturm und den altertümlichen Brückenbögen meint man eine deutsche Kleinstadt aus dem 19. Jahrhundert vor sich zu haben. Ein wenig Verwirrung bringen nur die modernen Bauten am gegenüberliegenden Neckarufer und die Hochhäuser in der Ferne ins Bild. Scharen von Touristen tummeln sich an den Aussichtspunkten, um das Idyll mit der Kamera einzufangen. Meist täten sie klüger daran, einfach ein paar Postkarten zu kaufen, denn den – zugegebenermaßen eindrucksvollen – Blick ins Neckartal realitätsgetreu abzulichten, ist gar nicht so einfach.

Blick vom Heidelberger Schloss

Blick vom Heidelberger Schloss ins Neckartal

Letztes Jahr versuchte auch ich mein Glück. Es war ein schöner Tag mit viel Sonnenschein. Für Fotos ist so ein Bilderbuchwetter aber nicht ideal, denn in dem starken Sonnenlicht verschwimmen die entfernteren Teile des Bildes meist in einem trüben Dunst. Profis mit der richtigen Ausrüstung können diese Tücken sicher überwinden, aber der gemeine Digicambesitzer ist häufig enttäuscht, wenn er die Fotos zu Hause betrachtet und mit seiner Erinnerung vergleicht. Genauso ging es mir auch, und ich musste nachträglich mit der Bildbearbeitung nachhelfen, um das Schlimmste zu überdecken.

Heidelberg zwischen Auto- und Touristenströmen

Gestern dagegen war der Himmel bedeckt. Es bestand also keine Gefahr von Überbelichtung. Die Zeit zur Schlossbesichtigung fehlte mir diesmal, daher konzentrierte ich mich auf die Brücke. Eigentlich schwebte mir ein beschaulicher Spaziergang am Neckarufer vor, wie ich ihn aus Trier, aus Koblenz und sogar aus Köln gewohnt bin. Aber auf der Altstadtseite in Heidelberg gibt es keine Uferpromenade. Stattdessen führt eine stark befahrene Hauptverkehrsstraße direkt am Neckar entlang, die einen mit ihrem Lärm und den Autoabgasen schnell wieder vertreibt. Auch sonst finde ich Heidelberg eigentlich gar nicht so idyllisch. Es ist eine Großstadt, die sich über eine beträchtliche Länge am Fluss hinzieht. Zu anstrengend für einen kleinen Altstadtrundgang zu Fuß. Besser sucht man sich ein Ziel aus und fährt mit Bus oder Bahn dorthin. Vielleicht gibt es auch in der weiteren Umgebung ein paar schöne Fleckchen, die ich erst noch entdecken muss. Beim nächsten Mal werde ich die Brücke überqueren und das andere Ufer erkunden, denn dort scheint es einen Fußweg zu geben.

Mit den Fotos der Alten Brücke bin ich trotzdem zufrieden. Sie bestätigen die Vielseitigkeit dieses Motivs, das immer wieder überraschende Ausblicke bietet.

Über Federspiel

Ich bin die Texterin von www.text-exklusiv.de. Durch meine Blogartikel haben Sie die Möglichkeit, mich etwas näher kennenzulernen und können sich zugleich von meinen texterischen Fähigkeiten überzeugen.
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Ein Kommentar zu Sieben Ansichten einer Brücke

  1. Mein letzter Besuch in Heidelberg ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber in meiner Erinnerung ist die Altstadt gar nicht so groß, dafür aber romantisch. Besonders die Brücke – die hat schon was.

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