Handy, Smartphone, Tablet, Netbook, Ultrabook – irgendeins hat jeder

Das Handy ist immer dabeiBeruflich bedingt bin ich viel mit der Bahn unterwegs. Wenn man da den Gang entlanggeht, glaubt man sich fast in die CeBIT versetzt. Denn nahezu jeder beugt sich über ein kleineres oder größeres „mobiles Endgerät“ und wirkt very busy. Die meisten halten ein Smartphone in der Hand, einige ein Tablet, wobei die kleineren häufiger vorkommen als die großen. Viele haben auch ihr Notebook auf den Knien, einige wenige die Miniausgabe des Notebooks, ein Netbook. Man fühlt sich ein wenig wie in einer Gesellschaft von Zombies: Die Menschen sind nicht mehr ansprechbar, sind abgetaucht in den virtuellen Raum, im wörtlichen Sinne weg vom Fenster.

Leser meiner Artikel auf Pagewizz wissen, dass ich selbst mittlerweile auch zur Gemeinde gehöre. Seit ich vor einigen Monaten mein erstes Tablet ausgepackt habe, hatte ich es jeden Tag dabei. Ich nutze es intensiv, sowohl zu Hause als auch unterwegs, und besonders gern im Zug. Durch die Möglichkeiten, die der mobile Internetzugang mir bietet, hat sich der Anschaffungspreis schon fast wieder bezahlt gemacht. Sicher, das meiste, was ich mit dem Tablet mache, geht besser und bequemer am Notebook. Aber das trage ich eben nicht immer mit mir herum, und auch zu Hause ist es nicht immer eingeschaltet. Wenn mir dann – wie es ja meine Spezialität ist, meist kurz vorm Einschlafen oder gleich nach dem Aufwachen – einfällt, was ich eigentlich noch schnell im Internet erledigen müsste, ist die Hemmschwelle, mal schnell das Tablet aus dem Stand-by zu wecken, deutlich geringer als die, aufzustehen und das Notebook anzuwerfen. Das Tablet kommt dem inneren Schweinehund da sehr entgegen und hält dennoch die Auswirkungen der Bequemlichkeit in Grenzen.

Blick aus dem ZugfensterGanz bewusst habe ich mir einen Alleskönner angeschafft, mit dem ich im Internet surfen, E-Mails abrufen und versenden, E-Books lesen und auch mal eine Partie Solitär spielen kann. Auf langen Bahnfahrten und Wartezeiten auf Bahnhöfen gibt es also immer was zu tun. 😉 Manchmal frage ich mich, wie ich früher eigentlich solch unverplante Leerstellen im Zeitablauf verbracht habe. Meistens hatte ich Lektüre dabei, die ich aber oft dann doch nicht aufschlug. Gelangweilt habe ich mich trotzdem nie. Im Zug konnte ich stundenlang aus dem Fenster schauen, und wenn es nicht gerade durchs Ruhrgebiet ging, fand ich die Landschaft fast immer interessant. Ganz früher, als die Züge noch nicht im Fünf-Minuten-Takt aufeinanderfolgten und man auf Bahnhöfen manchmal mehrere Stunden Aufenthalt hatte, habe ich die fremde Stadt erkundet. In Nürnberg beispielsweise, wo ich oft umsteigen und warten musste, kenne ich mich daher ganz gut aus, obwohl ich niemals auch nur eine Nacht in der Stadt verbracht habe. In Frankfurt am Main dagegen, das man auf Fernflügen ja zwangsläufig passiert, würde ich mich glatt verlaufen, wenn ich mich nur ein paar Schritte vor den Bahnhof wagte. – Aber nein, jetzt natürlich nicht mehr, denn jetzt habe ich ja mein Tablet dabei, das mit Landkarten und Stadtplänen aus aller Welt ausgestattet ist und außerdem über ein Navigationssystem verfügt … Keine Chance mehr auf unvorhergesehene Abenteuer, überraschende Reisebekanntschaften und planloses Entdecken der Welt.

Eigentlich war das Tablet auch zum Telefonieren gedacht, das war sogar eine meiner unabdingbaren Voraussetzungen für die Auswahl. Aber in der Praxis ist es dafür doch nicht so ideal. Wenn ich mir vorstelle, das Tablet klingelt, und ich krame erst mal in der Handtasche nach dem Headset, um nicht die Freisprechvorrichtung benutzen zu müssen … Mit diesen mobilen Endgeräten ist es wie mit Evas Apfel: Wenn man mal angefangen hat, davon zu naschen, kommt es auf ein bisschen mehr auch nicht mehr an. Inzwischen verfüge ich noch über ein Zweithandy, ein winziges Leichtgewicht, mit dem man wirklich nur telefonieren kann, das dafür aber ganz gut. Na ja, nicht nur. Kontakte verwalten, Notizen machen, SMS versenden und zwischen verschiedenen Klingeltönen und Hintergrundbildern auswählen kann man natürlich auch, sogar ein kleines Ballerspiel ist drauf. Mehr aber wirklich nicht, versprochen.

Wie nützlich so ein Tablet ist, habe ich gerade vor Kurzem erfahren, als ich wegen eines Unfalls ein paar Tage lang in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt war. Ob ich da den inneren Schweinehund überwunden und mich trotz Handicap an den Schreibtisch gesetzt hätte, werde ich nie mehr herausfinden. Es war nicht nötig, denn ich hatte ja meinen Minicomputer, der in einer Hand Platz hat. Es ist zwar nicht sehr komfortabel, aber wenn es nötig ist, kann man tatsächlich auch damit arbeiten. Ich habe den ganzen Tag lang Produktbeschreibungen verfasst, mir die Bilder auf dem Tablet angeschaut und die Texte mit der virtuellen Tastatur eingegeben. Etwas umständlich, aber es geht.

Doch natürlich kamen da gleich wieder andere Begehrlichkeiten ins Spiel. Bevor ich mich für das Tablet entschied, hatte ich lange überlegt, ob ich mir nicht lieber ein Netbook zulegen sollte. Das hat einen leistungsfähigeren Prozessor, mehr Arbeitsspeicher, eine größere Festplatte und vor allem eine echte Tastatur. Ich bereue meine Entscheidung zwar nicht, denn das Tablet war die bessere Wahl. Es ist klein, leicht, man kann es überallhin mitnehmen und auch im Bus mal schnell aus der Tasche holen. Mit einem Netbook ginge das nicht. Aber wenn ich wirklich arbeiten, das heißt, längere Texte schreiben will, wäre das Netbook doch praktischer. Mit anderen Worten: Ich hätte gern beides. Dann könnte ich mich je nach Einsatzzweck für das praktischere Teil entscheiden.

Vielleicht sind ja die neuen Ultrabooks das Nonplusultra für alle Fälle. Dabei handelt es sich nicht wie bei den Netbooks um abgespeckte Notebooks, sondern im Gegenteil um ganz besonders leistungsfähige, sozusagen um aufgespeckte, die aber trotzdem kleiner, dünner und leichter, also wirklich transportabel sind, wenn vielleicht auch nicht ganz so leicht wie Netbooks. Für so eine eierlegende Wollmilchsau muss man allerdings auch ein Vielfaches des durchschnittlichen Netbookpreises hinblättern. Aber attraktiv wirken sie schon. Von Weitem habe ich mal einen kurzen Blick auf das neue MacBook Air geworfen. Da war ein Eins-a-Designer am Werk. Das sieht aus, als wäre es schwerelos: hell, fast durchsichtig, mit einem erleuchteten Apple-Logo, an den Kanten stromlinienförmig schmaler werdend. Also wenn ich es mir mal leisten kann …

Auf Pagewizz habe ich übrigens mein aktuelles Allzwecktablet etwas ausführlicher vorgestellt. Und natürlich hat auch mein süßes kleines Zweithandy eine Produktvorstellung bekommen.

Bildquelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de, Paul-Georg Meister / pixelio.de

Über Federspiel

Ich bin die Texterin von www.text-exklusiv.de. Durch meine Blogartikel haben Sie die Möglichkeit, mich etwas näher kennenzulernen und können sich zugleich von meinen texterischen Fähigkeiten überzeugen.
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