Die Brücke vom anderen Ufer


Heidelberg hat mich wieder enttäuscht. Was von Weitem wie ein netter Spazierweg am gegenüberliegenden Neckarufer aussah, entpuppte sich aus der Nähe als ausgebaute Uferpromenade, säuberlich getrennt in Fußgänger- und Radfahrerweg. Vor allem aber: Zwischen Weg und Neckar liegt ein breiter Rasenstreifen, zum Teil als Liegewiese ausgewiesen, zum Teil als Fußballfeld. Je näher man der Alten Brücke kommt, umso schmaler wird der Weg. Ein kurzes Stück hangelt sich der Pfad ganz nah am Ufer unter einer Hochstraße entlang. Dann wieder wird eine andere Brücke unterquert, die wohl zumindest hin und wieder Obdachlosen als Unterschlupf dient. Eine riesige Kolonie von Nilgänsen bevölkert einen Teil des Ufers, die offenbar alle anderen Wasservögel verdrängt haben.

Ideales Fotowetter war es auch nicht, denn schon um acht Uhr morgens knallte die Sonne vom Himmel. Vor dem Bahnhof waren große Kübel mit Palmen aufgestellt, sodass man sich irgendwo in Südeuropa wähnen konnte. Die Brücke, um die es mir ging, ist schon ein interessantes Bauwerk, sehr schön restauriert und in gutem Zustand. Dafür fallen auch schon um neun Uhr morgens Horden von Touristen mit ihren Kameras ein. (Nein, ich zähle nicht dazu, ich war nur zufällig in Heidelberg.) Mich kann dieser Mix aus Touristenhighlights und lärmiger Großstadt nicht so recht überzeugen. Meine eigene Stadt gefällt mir in all ihrer Provinzialität doch viel besser.

Fotos anklicken zum Vergrößern, wie immer!

Über Federspiel

Ich bin die Texterin von www.text-exklusiv.de. Durch meine Blogartikel haben Sie die Möglichkeit, mich etwas näher kennenzulernen und können sich zugleich von meinen texterischen Fähigkeiten überzeugen.
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