Auf dem Druidenpfad

Wandern an der französischen Grenze

Kelten und Druiden – diese Namen wecken Assoziationen wie Geheimwissen und Leben im Einklang mit der Natur. Ein wenig Licht ins mystische Dunkel bringt eine Wanderung auf dem Druidenpfad bei Niedaltdorf im Saarland. Diese Traumschleife ist nur etwa sechs bis sieben Kilometer lang und eignet sich deshalb gut für einen Halbtagesausflug. Allerdings sollte man schon etwas mehr Zeit mitbringen als die offiziell angegebenen anderthalb Stunden, denn es gibt doch einiges zu entdecken aus der Welt der Kelten und Druiden. Einige Irrwege, ausgiebige Pausen und alle paar Meter eine Unterbrechung für ein Foto eingerechnet, war ich gut vier Stunden auf dem Druidenpfad unterwegs. Reist man mit der Bahn an, ist noch jeweils eine halbe Stunde für den Weg zwischen Bahnhof und Beginn des Wanderwegs mit einzuplanen.

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Wer Ruhe und Einsamkeit im Wald sucht, für den ist der Druidenpfad ideal. Besonders der Abschnitt oberhalb der Nied bietet pure Entspannung. Ein schmaler Pfad ohne größere Steigungen, viel Grün, das die Strahlen der Sonne filtert, und stets das beruhigende Plätschern der Nied im Hintergrund. So müssen sich die Druiden in grauer Vorzeit gefühlt haben, wenn sie auf der Suche nach Heilkräutern, Beeren und Pilzen den Wald durchstreiften. Wenn der auch damals sicher noch nicht so gut erschlossen war wie heute, eher einem Urwald glich und von wilden Tieren bevölkert war.

Nur wenige andere Wanderer begegnen mir auf meiner Tour. Ein französisch sprechendes Paar, das in flottem Tempo mit Wanderstöcken unterwegs ist. Ein Pärchen, das abseits vom Weg im Wald nach Pilzen sucht. Ein älteres Paar, das die Orientierung verloren hat und das Handy konsultiert. Sie suchen wohl nach einer Abkürzung, denn kurz darauf sind sie verschwunden und ich sehe sie nicht wieder. Ansonsten nur Radfahrer auf den Streckenabschnitten, auf denen der Druidenpfad parallel zum Niedtal-Radweg verläuft.

Den Höhepunkt des informativen Teils – der Druidenpfad gilt als Waldlehrpfad – bildet ein rekonstruiertes Keltengehöft. Mit Hilfe verschiedener Jugendgruppen wurden hier ein keltisches Wohngebäude und ein Hochspeicher errichtet. Die Baumaterialien sind authentisch: Holz und Lehm für die Wände, Reet für das Dach. Beeindruckend, in welch einfachen Behausungen und auf welch engem Raum die Menschen früher lebten. Bei einer Rast am keltischen Steintisch kann der Wanderer das altertümliche Ambiente genießen. Der Platz für das Keltenhaus wurde sorgfältig ausgewählt. In der Nähe wurden Überreste von vierzig keltischen Gräbern gefunden, sodass davon auszugehen ist, dass unsere Vorfahren tatsächlich hier gelebt haben.

Über Federspiel

Ich bin die Texterin von www.text-exklusiv.de. Durch meine Blogartikel haben Sie die Möglichkeit, mich etwas näher kennenzulernen und können sich zugleich von meinen texterischen Fähigkeiten überzeugen.
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